Erbengemeinschaft Haus

Gemeinsam erben - Sie sind plötzlich ein Teil der Erbengemeinschaft

Nicht selten finden sich Verwandte oder auch familienfremde Personen nach einem Erbfall in einer Erbengemeinschaft wieder. Hierzu reicht es einfach aus, dass der Erblasser von mehreren Erben beerbt wird. Sie mĂŒssen dafĂŒr gar nichts tun.

Erbengemeinschaft: Gemeinsam eine Immobilie geerbt

Erbengemeinschaften stellen rechtlich tatsÀchlich die kompliziertesten und konflikttrÀchtigsten Konstellationen im deutschen Recht dar.

Versuchen Sie darum unbedingt, gĂŒtlich und zeitnah alle Entscheidungen mit den anderen Erben gemeinsam zu treffen.

Denken Sie dabei auch an die WĂŒnsche des Erbgebers.

Was die Erbengemeinschaft so kompliziert macht 

Jeder Miterbe erhĂ€lt einen Anteil am Gesamtnachlass. Dies kann der Erbgeber mit Angaben zu den Anteilen verfĂŒgt haben, oder es wurde rechtlich zu bestimmten Anteilen aufgeteilt. Somit erhĂ€lt jeder einen Bruchteil des Erbes, der nicht gleich ausfallen muss. 

Erbengemeinschaft: Geerbtes Haus verkaufen

Da jeder Miterbe einen Teil am Nachlass hĂ€lt, erhalten diese auch einen Anteil an einer geerbten Immobilie. Soll eine Immobilie verkauft werden, mĂŒssen somit alle Erben zustimmen und mittragen. Dabei ist es unerheblich, wie hoch die Erbquote der jeweiligen Erben ist. Diese rechtliche Struktur gibt somit auch Miterben mit ganz kleinen Erbquoten die Möglichkeit zu blockieren und z.B. damit einen Verkauf des Hauses unmöglich zu machen. Informieren Sie sich dazu auch unter Geerbte Immobilie (Haus oder Wohnung) verkaufen - vermieten - selbst nutzen?

In einer Erbengemeinschaft kann eine Immobilie nur verkauft werden, wenn alle Miterben zustimmen.
Schwierigkeiten der Erbengemeinschaft bei der Umsetzung von Maßnahmen der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung

Maßnahmen der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung

Bereits fĂŒr die normale Verwaltung des Nachlasses, wie z.B. nötige Reparaturen am Haus können nicht von einem Erben allein beschlossen werden. Hierzu ist mindestens ein Mehrheitsbeschluss der Erben erforderlich. Dies ist fĂŒr alle Maßnahme der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung notwendig.

Durch diese rechtlichen Vorgaben können Pattsituationen entstehen, in denen es zum Stillstand kommt. Wenn zwei Erben zu jeweils 50% erben und keine Einigung zustande kommt, könnte somit selbst eine Maßnahme der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung nicht durchgefĂŒhrt werden.

Sonstige Maßnahmen

Die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden gibt es fĂŒr Maßnahmen, die nicht zur ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung gehören, wenn also zum Beispiel eine nicht erforderliche Sanierungsmaßnahme an einer Immobilie durchgefĂŒhrt werden soll, von denen man sich eine erhebliche Wertsteigerung verspricht. Hier mĂŒssen alle Miterben zustimmen, auch wenn die Maßnahme objektiv sinnvoll und lukrativ erscheint.

Diese Problematiken können somit schnell zu Streit innerhalb der Erbengemeinschaft fĂŒhren und zum Stillstand bei der Verwaltung der Erbimmobilie, die auf Jahre brach liegen könnte.

Ebenso gibt es regelmĂ€ĂŸig Streit um die Verteilung bzw. die Übernahme von Kosten durch Erben. Denn bei einem geerbten Haus fallen regelmĂ€ĂŸig laufende Kosten, aber auch Reparatur oder Instandhaltungskosten an. 

Erbengemeinschaft auflösen

Eine Erbengemeinschaft kann nicht einfach aufgelöst werden. Aus verschiedensten GrĂŒnden kann es sinnvoll sein, aus der Erbengemeinschaft auszuscheiden. Da das GrundstĂŒck, Haus oder Wohnung allen Erben gehört muss jeder fĂŒr sich, fĂŒr eines der folgenden Möglichkeiten entscheiden.

Ausschlagung

GĂŒtlich

Streitig

Verkauf

Das Erbe wird z.B. gegen Zahlung einer Abfindung von vornherein nicht angenommen. Dann ist man auch nicht Teil der Erbengemeinschaft.

Eine einvernehmliche Einigung zur Handhabung bzw. Verwaltung der Erbimmobilie mit den Miterben

Mit einem Anwalt kann eine Teilungsversteigerung angestrebt werden

Der Verkauf des eigenen Erbteils

Ausschlagung des Erbes

Eine Ausschlagung des Erbes ist eine Entscheidung, die man als Erbe treffen kann. Es bedeutet, dass man den Nachlass des Verstorbenen nicht annehmen möchte. Es ist wichtig zu beachten, dass die Ausschlagung des Erbes nur innerhalb von sechs Wochen nach dem Tod des Verstorbenen wirksam wird.

Es gibt verschiedene GrĂŒnde, warum man ein Erbe ausschlagen möchte. Manche Erben möchten vielleicht nicht die Verantwortung fĂŒr die Verwaltung des Nachlasses ĂŒbernehmen. Andere Erben können vielleicht nicht mit den Bedingungen einverstanden sein, die der Verstorbene in seinem Testament festgelegt hat. Es gibt jedoch auch FĂ€lle, in denen Erben ein Erbe ausschlagen mĂŒssen, um eine Schuldenlast zu vermeiden.

Eine Möglichkeit zur Auflösung der Erbengemeinschaft ist das Erbe abzulehnen

Wenn Sie eine Ausschlagung des Erbes in Betracht ziehen, mĂŒssen Sie sich zunĂ€chst an einen Anwalt wenden. Er wird Sie ĂŒber die geltenden Gesetze informieren und Ihnen helfen, eine Entscheidung zu treffen. Der Anwalt kann Ihnen auch sagen, welche Konsequenzen die Ausschlagung des Erbes fĂŒr Sie haben kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ausschlagung des Erbes nicht rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden kann. Wenn Sie sich ĂŒber die möglichen Folgen im Klaren sind, sollten Sie sich in Ruhe ĂŒberlegen, ob Sie das Erbe annehmen oder ausschlagen möchten. Mit der richtigen Beratung und UnterstĂŒtzung können Sie eine fundierte Entscheidung treffen.

Ist der sofortige Ausstieg durch Ausschlagung gegen Abfindung nicht möglich, wirtschaftlich nicht sinnvoll oder schlicht wegen Ablaufs der Ausschlagungsfrist nicht mehr möglich, kann das Austreten eines Miterben aus der Erbengemeinschaft auch durch die VerĂ€ußerung des Erbanteils erfolgen.

VerĂ€ußerung des eigenen Miterbeanteils

VerĂ€ußerung des eigenen Miterbenanteils ist eine Möglichkeit, seinen Erbanspruch auf das Erbe zu verringern oder auch ganz aufzugeben. Dies kann beispielsweise notwendig werden, wenn man sich nicht mit den anderen Erben einig werden kann oder einfach den eigenen Anteil nicht haben möchte. Denken Sie daran, dass der Verkauf zu Steuern und Kosten einer Immobilie im Erbfall fĂŒhren kann.

Bei Uneinigkeit mit den anderen Erben kann der eigene Miterbeanteil verĂ€ußert werden.

Es gibt verschiedene Wege, seinen Miterbenanteil zu verĂ€ußern. ZunĂ€chst ist es wichtig, sich zu ĂŒberlegen, ob der Anteil verkauft oder verschenkt werden soll. Hier ist es wichtig, sich professionell beraten zu lassen, damit die aufgesetzten VertrĂ€ge rechtskrĂ€ftig und korrekt sind. Dazu wird entweder ein Anwalt oder am Ende sowieso ein Notar benötigt, der die VerĂ€ußerung rechtskrĂ€ftig beglaubigt.

Falls der Miterbenanteil verschenkt werden soll, ist es ebenfalls wichtig, dass alle notwendigen VertrÀge rechtssicher aufsetzt und notariell beglaubigt werden. Damit die Verschenkung auch rechtlich anerkannt wird, ist eine Schenkungssteuer zu entrichten.

VerĂ€ußerung des eigenen Miterbenanteils kann eine schwierige Entscheidung sein, aber mit der richtigen Beratung können wir sicherstellen, dass die VerĂ€ußerung rechtlich korrekt ist.

Persönliche Teilauseinandersetzung

Kommt keine abschließende Auseinandersetzung hinsichtlich des Nachlasses durch Einigung zustande, bleibt nur die zwangsweise Liquidierung aller (!) Nachlasswerte - zum Beispiel durch Teilungsversteigerung von Nachlassimmobilien - und die erzwungene Verteilung der Erlöse im Rahmen einer Teilungsklage. 

Gerade diese zwangsweise „Umsetzung“ des Nachlasses verbreitet Angst und Schrecken unter Erblassern und Erbe. Nur wenigen Beteiligten dĂŒrfte es Freude bereiten, mitanzusehen, wie das vielleicht ehemalige „Zuhause“ bei einer Teilungsversteigerung unter Wert unter den Hammer kommt. 

Die persönliche Teilauseinandersetzung: Wenn keine Einigung der Erbengemeinschaft zustande kommt

Bei jeder Form der Auseinandersetzung und Aufteilung von NachlassgegenstĂ€nden auf die Erben können steuerlich unerwĂŒnschte Folgen entstehen, insbesondere bei Immobilien im Nachlass. Lassen Sie dies durch Fachleute vorher abprĂŒfen.

Erbengemeinschaft - Haus - Streit: Mediation bei Erbstreit hilft

PrĂŒfungssiegel Immobilien Mediator
Mediator zur Beilegung von Streitigkeiten bei Erbimmobilien Karl-Heinz Witte

Erbengemeinschaften können spannungsgeladen und anstrengend sein, denn die Erben mĂŒssen sich ĂŒber die Erbengemeinschaft einigen. Besonders bei einem Haus kann dieser Streit schnell eskalieren. 

Es ist wichtig, dass sich die Erben auf einige Grundregeln verstĂ€ndigen. Sehr hĂ€ufig kommt es aber doch zu Streitigkeiten, die nicht so einfach zu lösen sind. In solchen FĂ€llen kann Mediation hilfreich sein. In einer Mediation schlĂ€gt ein Mediator den Erben vor, gemeinsam nach einem Kompromiss zu suchen. 

Der Mediator ist ein neutraler Berater, der sich auf Erbschaftsstreitigkeiten spezialisiert hat. Er kann helfen, VerstÀndigungsprobleme zu lösen und vermittelt zwischen den Erben. Er versucht also, eine Einigung zu erzielen, die allen Beteiligten gerecht wird.

In der Regel kann man durch eine Mediation Kosten sparen, denn ein Gerichtsverfahren ist meistens teurer und dauert lÀnger. Auch die Konfliktstimmung kann durch eine Mediation gebessert werden.

Mediator zur Beilegung von Streitigkeiten bei Erbimmobilien Karl-Heinz Witte

FAZIT:

  • Wenn Sie Teil einer Erbengemeinschaft sind, gehen Sie mit allen anderen "Mit"Erben ins GesprĂ€ch.
  • Wichtig ist, gemeinsam Lösungen und Entscheidungen zu finden.
  • Wenn das ohne Hilfe nicht klappt, ziehen Sie Fachleute zu Rate. Zögern Sie nicht! Der Zustand der geerbten Immobilie wird nicht besser, wenn viele Monate oder Jahre darĂŒber gestritten wird und solange nichts passiert.

Unter Immobilie geerbt erhalten Sie einen gesamten Überblick zum Thema Erbimmobilie.